Theologisches Gespräch

Das THEOLOGISCHE GESPRÄCH bietet theologische Aufsätze, Rezensionen, Predigten und Leseempfehlungen in allen theologischen Disziplinen von Autoren, die in der Regel einen freikirchlichen Hintergrund oder Bezug haben oder zu einem freikirchlichen Thema schreiben. Das Theologische Gespräch gibt es seit 31 Jahren. Zielgruppe des Heftes sind vor allem Pastorinnen und Pastoren, Theologiestudierende und theologisch Interessierte.

(www.theologisches-gespraech.de)

Die Zeitschrift wird mitherausgegeben von unseren Dozenten Prof. Dr. Andreas Heiser und Prof. Dr. Markus Iff.

Theologisches Gespräch – Heft 1/2016: Babel und Bibel

ThGespr 1/2016„Wie kann man die Welt verstehen?“, fragt die Hermeutik. „Wie kann man Gott in der Welt verstehen?“, fragen christliche Hermeneutiker.
Die aktuelle Ausgabe des Theologischen Gesprächs stellt diese Fragen im Blick auf das Alte Testament und auf die Kunst. Die Beiträge stammen vom Theologen Dr. Uwe Swarat (Theologische Hochschule Elstal) und von der Kunsthistorikerin Frauke Reinke-Wöhl (Rotenburg). Mit diesem Heft wird der biblisch runde 40. Jahrgang der Zeitschrift eröffnet.

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Das Alte Testament ist aktuell wieder in der Kritik. Uwe Swarats Artikel über den Babel-Bibel-Streit zu Anfang des 20. Jahrhunderts hilft auch in dieser Hinsicht zur Orientierung. Etwas zeitversetzt wurden in diesem Streit die Ergebnisse archäologischer Forschungen im Nahen Osten der breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Ein selbstverliebtes Bürgertum jubelte schon damals leicht antisemitisch: Das Alte Testament, ein billiger Abklatsch babylonischer Hochkultur! Und die baptistischen Stimmen haben sich auf sozi-feindlichen Glaubenssubjektivismus zurückgezogen.
Frauke Reinke-Wöhl fragt nach Jesus in der Malerei. Sie zeigt, wie es auch in der Kunst nie nur um den historischen Jesus ging, sondern immer um die Funktion seiner Darstellung innerhalb der aktuellen Situation der Kirche und um das zugleich zeitbedingte und subjektive Jesusbild des Künstlers bzw. seiner Auftraggeber.
Ist die Beschäftigung mit dem Glauben also immer auch die Suche nach der Bestätigung des eigenen gläubigen Selbst? Die Jubiläumsausgabe des Theologischen Gesprächs liefert zu dieser hermeneutischen Grundfrage lesenswerte Impulse.

Dr. Matthias Walter (Berlin)

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Theologisches Gespräch – Heft 4/2015: Pastorale Rollenvielfalt

ThGespr 4/2015Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakone sind immer wieder herausgefordert, ihre Tätigkeit zu reflektieren – im Blick auf sich selbst und die Menschen, denen sie begegnen. Ein erfahrener und ein jüngerer Pastor geben mit ihren Beiträgen in diesem Theologischen Gespräch hilfreiche Impulse dafür und führen in die pastoraltheologische und teilweise exegetische Diskussionslage des Themas ein.

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Swen Schönheit (Jahrgang 1958) ist Pfarrer an der Apostel-Petrus-Gemeinde in Berlin (Märkisches Viertel). Zugleich ist er als theologischer Referent bei der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung Deutschland tätig, seit August 2015 mit einer halben Pfarrstelle. Als Gründungsmitglied von „Gemeinsam für Berlin“ war er seit den 1980er Jahren engagiert in Pastoren- und Gebetskreisen für die Stadt und fördert jüngere Leiter. Zuletzt hat Schönheit ein Buch im Asaph-Verlag mit dem Titel „Menschen mit Format – Leiten lernen mit Jesus“ veröffentlicht. Sein Beitrag reflektiert die Situation des pastoralen Dienstes in der evangelischen Landeskirche und regt dazu an, als Pastorin bzw. Pastor strategische Entscheidungen in Bezug auf die eigene Rolle zu treffen, und zwar in theologischer, psychologischer, soziologischer und didaktischer Hinsicht. Dabei empfiehlt er, den eigenen „Typ“ stark zu berücksichtigen.
Dennis Sommer (Jahrgang 1984) ist seit 2010 Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Wetter-Grundschöttel. Am Ende seines Anfangsdienstes hat er in seiner Vikariatsarbeit die besonderen Herausforderungen des Pastors im Blick auf seine Beziehungen reflektiert. Für das Theologische Gespräch hat er einen Aufsatz verfasst, der deutlich macht, wie die unterschiedlichen Beziehungen zu Menschen die Tätigkeit eines Pastors bzw. einer Pastorin prägen und wie Beziehungen Aufgabe und Arbeitsmittel des pastoralen Dienstes sind. Dabei ermutigt er vor dem Hintergrund pastoraltheologischer Diskurse und exegetischer Beobachtungen dazu, die eigene pastorale Rolle immer wieder zu betrachten und ggf. neu auszurichten.
Passend zum Thema des Heftes richtet sich die Predigt von Michael Kißkalt zunächst besonders an Studienanfänger der Evangelischen Theologie und entfaltet vier Leitsätze zum Charakter heilsamer theologischer Lehre. Der Rektor der Theologischen Hochschule Elstal hat über Hebr. 13,7-17 anlässlich einer Semestereröffnung und der Einführung eines neuen Professors gepredigt. Zugleich war es seine erste Predigt in der Funktion als Rektor. Die Besprechung der Predigt hat der ehemalige Rektor der Theologischen Hochschule Ewersbach, Dozent Michael Schröder übernommen.

Michael Rohde (Schriftleitung)

Rezension „Pastorale Rollenvielfalt“

Das Prinzip der Versorgung der Gemeinden durch einen Amtsträger „ist eine strukturelle und geistliche Sackgasse.“, schreibt der Berliner Pfarrer Swen Schönheit in einem Beitrag für die neueste Ausgabe der Fachzeitschrift „Theologisches Gespräch“, die sich mit dem Thema Pastorale Rollenvielfalt beschäftigt. Schönheit plädiert dafür, dass ein Pastor vor allem andere Gabenträger in der Gemeinde ausbildet. Dafür sei es notwendig, dass Pastoren selbst strategische Entscheidungen in Bezug auf die eigene Rolle treffen – und zwar in theologischer, psychologischer, soziologischer und didaktischer Hinsicht.
In einem weiteren Beitrag reflektiert Dennis Sommer, Pastor in der EFG Wetter-Grundschöttel, die besonderen Herausforderungen des Pastors im Blick auf seine Beziehungen. Im Unterschied zu Schönheit verzichtet er ausdrücklich auf eine grundlegende Hinterfragung der dem Pastor zugeschriebenen Rollen, sondern fragt nach Möglichkeiten, mit diesen Zuschreibungen hilfreich umzugehen. Dafür sieht Sommer in der intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst und der Fähigkeit zur Beziehungsgestaltung grundlegende pastorale Kompetenzen.
Die beiden Beiträge bedenken aus sehr unterschiedlichen Perspektiven die Rolle eines Pastors. Die anregende Lektüre lohnt für Pastoren zur persönlichen Reflexion der beruflichen Rolle wie auch für Gemeindeleitungen, z.B. im Rahmen eines Berufungsprozesses oder einer Leitungsklausur.
Abgerundet wird die Ausgabe durch eine Predigtwerkstatt, mit einer kommentierten Predigt zu einer Eröffnung des Studienjahres an der Theologischen Hochschule Elstal, und Rezensionen aus verschiedenen Disziplinen der Theologie.

Pastor Thomas Seibert, Personalreferent im BEFG

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Theologisches Gespräch – Heft 3/2015: Migration und Mission – Gemeinsam leben

ThGespr 3/2015In den vergangenen Monaten hat die Anzahl von Flüchtlingen, die sich auf den Weg aus Afrika und dem Nahen Osten nach Europa machen, deutlich zugenommen. Umso wichtiger ist das Thema dieser Ausgabe des Theologischen Gesprächs, denn jenseits der aktuellen Fragen von Kirchenasyl und politischen Entscheidungen über „Kontingente“ in den europäischen Staaten, stellt die Begegnung mit Menschen, die in die „eigene“ Kultur immigrieren, eine Herausforderung in theologischer und persönlicher Hinsicht dar.

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Michael Nausner, Professor für Systematische Theologie an der methodistischen Theologischen Hochschule Reutlingen, hat einen Forschungsschwerpunkt im Bereich der interkulturellen Theologie. Er kommentiert in seinem Beitrag das letzte große Missionsdokument des Weltrats der Kirchen „Gemeinsam für das Leben“. Zugleich zeigt er, wie stark der Einfluss einer postkolonialen Perspektive auf die Missionswissenschaft und einige Themen der Systematischen Theologie ist und wie fruchtbar diese ist.

Michael Kißkalt, Professor für Missionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der baptistischen Theologischen Hochschule Elstal, wurde 2014 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit zum Thema „Das Tagebuch des Richard E. Mbene und sein missionshistorischer Kontext“ promoviert. Er reflektiert die Dynamiken interkultureller Begegnungen, die ihm auch persönlich durch Erfahrungen in Europa und Afrika bekannt sind, wissenschaftlich vor dem Hintergrund des interkulturellen Modells des amerikanischen Pädagogen Milton Bennett. Die sechs Stufen, die nach Bennett jeder Mensch in der Begegnung mit einer fremden Kultur durchlaufen müsse, versteht Kißkalt als Brücken und empfiehlt sie als Standortbestimmung, von der ausgehend man Schritte interkulturellen Lernens gehen kann.

Pastor Thomas Klammt stand sieben Jahre als theologischer Lehrer im Dienst der Europäisch Baptistischen Mission International (EBM) in Südafrika. Seit 2015 ist er Referent für Integration und Migration im Dienstbereich Mission des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Aufgrund seiner interkulturellen Erlebnisse reflektiert er eigene Erfahrungen im Umgang mit Fremdheit und gibt vielfältige Hinweise zum Umgang mit Fremden mit Hilfe des Modells der fünf Sprachen der Liebe von Gary Chapman.

In der Predigtwerkstatt wird ein „Werkstück“ vom Baptistenpastor in Zürich Gerhard Neumann zum sogenannten Sündenfall von Genesis 3 präsentiert. In Augenschein nimmt die Predigt der Alttestamentler der Theologischen Hochschule Ewersbach (Bund Freier evangelischer Gemeinden) Julius Steinberg. In der Bibel begegnet dem Leser häufig eine fremde Kultur, so dass auch das Verständnis der biblischen Texte durch die Aufsätze dieser Ausgabe angeregt werden kann.

Michael Rohde

Rezension

Hand auf´s Herz – viele tun sich schwer mit den Einwanderern, die seit Jahren in unser Land kommen. Auch die Anzahl der Gemeinden, die interkulturell aufgestellt sind, ist in Deutschland vernichtend gering. Und kommen „Fremde“ in die eigene Gemeinde, so tun wir uns schwer sie zu integrieren. Dagegen werden unsere Städte immer bunter. Und auch unser Bewusstsein, für die vielen „Fremden“ unter uns verantwortlich zu sein, wächst. Wenn man da bloß wüsste wie man jene Grenzen überwindet, die die Andersartigkeit der Kulturen unter uns zieht. Eine großartige Hilfe für theologisch interessierte Leser bietet in dieser Hinsicht die neueste Ausgabe des „Theologischen Gesprächs“. Sie finden hier eine hervorragende Einführung in das Thema „Mission an den Grenzen von Kulturen“ des methodistischen Theologen Michael Nausner, der deutlich macht, das gerade da, wo sich unsere Kulturen begegnen, jener Raum entsteht der bestens für den missionarischen Dialog und Verkündigung geeignet ist. Der Artikel nimmt die Angst vor der Begegnung mit dem Anderen und macht Mut missionarisch aktiv zu werden. Michael Kisskalt, ein erfahrerer Kamerunmissionar und Professor für Missionswissenschaft und interkultureller Theologie, stellt in seinem Artikel Wege zum Erlernen interkultureller Sensibilität dar und Thomas Klammt, Referent für Integration und Migration im BEFG, benennt praktische Wege wie wir dem Fremden unsere christliche Liebe zeigen können. Alles in allem ein sehr gelungenes Heft und für jeden theologisch gebildeten Leser unbedingt zu empfehlen.

Prof. Dr. Johannes Reimer, Professor für Missionswissenschaft an der Theologischen Hochschule Ewersbach

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Theologisches Gespräch – Heft 1/2015: Judenchristen und messianische Juden

ThGespr 1/2015„Judenchristen“ zur Zeit des Paulus? „Messianische Juden“ heute in Deutschland? Diese Ausgabe des Theologischen Gesprächs bietet zwei Perspektiven zur Auseinandersetzung an. Der Neutestamentler Christoph Stenschke betrachtet Römer 9-11 unter besonderer Berücksichtigung der an Jesus von Nazareth als den Christus Gottes glaubenden Juden. Nach Stenschke besteht das Argumentationsziel dieser berühmten drei Kapitel des Römerbriefes darin, dass Gottes Gaben und Berufungen ihn nicht gereuen können (Röm 11,29). Diesem Ziel ordnet Paulus alle anderen Gedanken – auch die Frage nach den Judenchristen – unter.

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Daraufhin betrachtet der Autor gerade die Personengruppe der „Judenchristen“ eingehend, um ihre „Funktion im Gedankengang von Röm 9-11“ nachzuzeichnen. Christoph Stenschke lehrt Neues Testament an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest und an der University of South Africa (Pretoria). Seinen Beitrag hat er auf Bitten des Herausgeberkreises eigens für das Theologische Gespräch verfasst.

Stefanie Pfister wurde 2008 an der Technischen Universität Dortmund zum Dr. phil. promoviert. Noch im selben Jahr erschien ihre Dissertation in der Reihe „Dortmunder Beiträge zur Theologie und Religionspädagogik“ (Münster) unter dem Titel „Messianische Juden in Deutschland. Eine historische und religionssoziologische Untersuchung“. Für 2015 ist eine zweite, aktualisierte Auflage vom Verlag angekündigt. Seit 2013 ist Frau Pfister für das Fach Religionspädagogik habilitiert. Für das Theologische Gespräch ist die Autorin der Bitte nachgekommen, einen Aufsatz zu ihrem Promotionsthema zu verfassen. Um ein beschreibbares Bild vom Gemeindeleben messianischer Juden in Deutschland zu bekommen, besuchte Pfister elf verschiedene Gemeinden und Gruppen und wertete 211 Fragebögen aus 16 Gemeinden aus. Darüber hinaus führte sie Interviews und analysierte zwölf Konversionserzählungen. Drei typische Fallgeschichten stellt Pfister hier nun vor und zeichnet ein anschauliches Bild über die Herkunft, die Besonderheit und Verschiedenheit messianisch-jüdischen Lebens in Deutschland. Neben der fachlichen Auseinandersetzung ist Frau Pfister auch persönlich im grenzüberschreitenden Dialog engagiert. So ist sie Mitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e. V. und Vorstandsmitglied des Arbeitskreises „Woche der Brüderlichkeit“ in Sendenhorst.

Gerne erinnere ich an dieser Stelle an das Beiheft 12 unserer Zeitschrift von Roland Fleischer zum Thema „Judenchristliche Mitglieder in Baptistengemeinden im Dritten Reich“, das nach wie vor kostenlos als Download auf www.theologisches-gespraech.de zur Verfügung steht und Biogramme von Baptisten jüdischer Herkunft mit ihrem Lebenslauf enthält. Mit dieser Art von Geschichtsaufarbeitung werden einzelne jüdische Menschen mit ihrem Namen dem Vergessen entrissen.

Mit den genannten Beiträgen werden Facetten angeboten, die zu einem viel größeren Mosaikbild gehören, das den christlich-jüdischen Dialog widerspiegelt.

Für die Predigtwerkstatt hat Heimke Hitzblech, Pastorin der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Wetter-Grundschöttel und ehemalige stellvertretende Schulleiterin, eine Predigt zur Verfügung gestellt, die anlässlich eines Vokationsgottesdienstes für zwei Religionslehrerinnen gehalten worden ist. Pastorin Damaris Krusemark, die in der Freien evangelischen Gemeinde Wolzhausen im November 2014 ordiniert worden ist, kommentiert die Predigt ihrer baptistischen Kollegin.

Erfreulicher Weise können wir in dieser Ausgabe auch schon länger vorliegende und ganz neue Rezensionen veröffentlichen.

Michael Rohde (Schriftleitung)

Rezension „Von Judenchristen und messianischen Juden“

Schwerpunkt bildet das Thema „Judenchristen“. Christoph Stenschke, Neutestamentler aus Wiedenest, bietet eine Exegese über Römer 9-11 an und Stefanie Pfister, Religionssoziologin aus Dortmund, eine statistische Erhebung über Judenchristen in der BRD. Es folgen eine Predigt von Pastorin Heimke Hitzblech aus Wetter über „Kinder in Gemeinde und Gottesdienst“ sowie einige Buch-Besprechungen.
Eine der wichtigsten Aussagen von C. Stenschke lautet: „die christliche Kirche (ist) der um die Heidenchristen erweiterte, durch Gottes Gnade erwählte Rest Israels, der die Verheißungen Gottes an ganz Israel verbürgt.“ So löst kein neuer Bund den alten Bund ab, wie unsere „Rechenschaft vom Glauben“ suggeriert, sondern es sind die Heidenchristen, die als wilde Zweige unter die natürlichen Zweige eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums mit teilhaftig geworden sind (Röm.11,17). Das hat Stenschke dankenswerterweise herausgearbeitet und das ist das Ende des heidenchristlichen Triumphalismus. Und was ist mit Israel, dem jüdischen Volk, sofern es sich dem Evangelium versagt? Sie sind „Israeliten“ (9,4) und bleiben auch in ihrem Nein zum Evangelium „Geliebte um der Väter willen“ (11,28). Dafür sind die Judenchristen das Unterpfand.
Pfister zeigt, dass die meisten Judenchristen in der BRD russisch-jüdische Immigranten sind. Man wünschte sich hier weitere ekklesiologische, heilsgeschichtliche und spirituelle Überlegungen. Denn es sind trotz Holocaust mehr Juden als vermutet, die sich für Jeschua HaMaschiach öffnen.
Ohne neues theologisches Denken und Reden vom jüdischen Volk dürfte die Kirche für Juden in jeder Hinsicht ohne Reiz sein. Es beginnt damit, dass Christen den jüdischen Teil der Gemeinde anerkennen und als solche schätzen lernen.

Frank Wecke, Bielefeld

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Theologisches Gespräch – Heft 4/2014: Suizid und Suizidabsichten

ThGespr 4/2014In Deutschland sind 2010 dreimal mehr Menschen durch Suizid gestorben als bei Verkehrsunfällen. Insgesamt haben sich ca. 10.000 Menschen selbst getötet, die Anzahl von Suizidversuchen liegt zehnmal höher. Es wirkt präventiv, wenn in Nachrichtenmedien zurückhaltend von vollzogenen Suiziden berichtet wird, denn der sogenannte Werther-Effekt ist nachweisbar. So gab es in den Wochen nach dem von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommenen Suizid des Fußballtorwarts Robert Enke (2009) fünf bis sechsmal mehr Schienentode als zuvor, zugleich wurde der Zusammenhang von Suizid und Depression intensiv thematisiert.

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Durch diese Ausgabe des Theologischen Gesprächs werden Menschen in pastoraler und seelsorgerlicher Tätigkeit interdisziplinäre Informationen und Impulse zum Umgang mit Suizidabsichten gegeben, um so zur vertieften Reflexion der eigenen Rolle in der Begegnung mit suizidalen Menschen beizutragen.

Der Elstaler Alttestamentler Dr. Michael Rohde geht vor dem Hintergrund der meist negativen Bewertung des Suizids in der Theologiegeschichte dem ursprünglichen biblischen Befund nach. Die meist kurzen Erwähnungen von Suiziden und Suizidabsichten in den alttestamentlichen, neutestamentlichen und apokryphen Schriften werden dargestellt und geordnet. Auffallender weise halten sich die biblischen Überlieferungen mit einer expliziten Bewertung sehr zurück, so dass weitere Kriterien für ein ethisches Urteil notwendig sind.

Dr. med. Claudia Rosenthal ist Fachärztin für Allgemeinmedizin mit Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie und arbeitet als Ärztin im Alexianerkrankenhaus (Aachen), einem Fachkrankenhaus mit angeschlossener Akutklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Ihr Beitrag präsentiert Informationen und Einschätzungen aus ärztlicher Sicht. Beim 4. Gesundheitskongress in Bielefeld 2014 haben Claudia Rosenthal und Michael Rohde ein Seminar zum Thema „Suizid und Suizidalität in biblischer und ärztlicher Perspektive“ abgehalten, das auf großes Interesse stieß. Aus der gemeinsamen Arbeit entstand die Idee, Beiträge zu verfassen, die einem noch größeren Kreis von Interessenten Informationen und Anregungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema vermitteln.

Wir sind dankbar, dass Winfried Glatz der Bitte des Herausgeberkreises entsprochen hat, eine weitere Perspektive auf das Thema einzubringen, indem er ethische und seelsorgerliche Aspekte betrachtet. Winfried Glatz arbeitet im Berliner Krisendienst und als Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Sein Beitrag betrachtet acht typische Argumente und damit verbundene Werte im Umgang mit Suizid. Darüber hinaus reflektiert er exemplarisch die Gesprächssituation eines Angehörigen oder Helfers mit einem suizidalen Menschen und entwickelt eine idealtypische Haltung für eine solche Begegnung. Sein Aufsatz verbindet tiefe theologische Reflexion mit der seelsorgerlichen bzw. therapeutischen Praxiserfahrung.

Für die Predigtwerkstatt hat Wolfgang Theis, Praktischer Theologe der Theologischen Hochschule Ewersbach, seine Verkündigung zu einem Abschnitt der Bergpredigt, nämlich den Worten Jesu zu Salz und Licht, zur Verfügung gestellt. Simon Werner, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Nordhorn, der im Fach Neues Testament an einer Dissertation zur Auslegungsgeschichte der Bergpredigt arbeitet, hat die Besprechung der Predigt übernommen.

Im Blick auf das Thema dieser Ausgabe und andere herausfordernde Konflikte möge diese Ausgabe des Theologischen Gesprächs dazu beitragen, dass die Salz-und Lichtkraft von Christen zunimmt.

Dr. Michael Rohde (Schriftleitung)

Rezension zu ThGespr 4/2014

In einem Jahr sterben in Deutschland dreimal mehr Menschen durch Suizid als bei Verkehrsunfällen. Es ist an der Zeit, sich qualifiziert und aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema auseinanderzusetzen. In drei Artikeln bearbeitet das aktuelle Theologische Gespräch mutig und ermutigend das Thema Suizid.

Die Bewertung des Suizids in der Kirchen- und Theologiegeschichte ist zumeist negativ. Grund für den Elstaler Alttestamentler Dr. Michael Rohde, sich mit dem ursprünglichen biblischen Befund auseinanderzusetzen. Dabei entdeckt er Erstaunliches, wie zum Beispiel die Reaktion Gottes auf die Todessehnsucht Elias, die nicht in Kritik, sondern Ermutigung zum Leben besteht. Überhaupt sind die biblischen Bewertungen zum Thema auffallend zurückhaltend.

Dr. med. Claudia Rosenthal, Fachärztin für Allgemeinmedizin mit Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie, stellt in ihrem Beitrag fest, dass es nicht leicht ist „über Selbsttötung oder lebensmüde Absichten zu sprechen“, wie es in unserer Gesellschaft überhaupt schwierig ist, sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinanderzusetzen. Der Leser wird mit grundlegenden Erkenntnissen vertraut gemacht und ermutigt, sich frei von Angst und (Vor)Urteilen mit dem Tabuthema Suizid auseinanderzusetzen.

Winfried Glatz schließt diesen thematischen Teil ab, indem er acht typische Argumente und damit verbundene Werte im Umgang mit Suizid betrachtet und Gesprächssituationen eines Angehörigen oder Helfers mit einem Suizidalen exemplarisch reflektiert. Seine beruflichen Erfahrungen als Mitarbeiter im Berliner Krisendienst und Pastor ermöglichen Glatz die Verknüpfung von tiefer theologischer Reflexion mit seelsorglicher Praxiserfahrung.

Jesu Worte von Salz und Licht in der Bergpredigt sind die Grundlage der Predigt von Wolfgang Theiss, praktischer Theologe der Theologischen Hochschule Ewersbach, die anschließend von Pastor Simon Werner, EFG Nordhorn, analysiert wird.

Mit dem neuen Theologischen Gespräch wird ein hochaktuelles und zugleich ausgesprochen sensibles Thema angesprochen, das informativ und ermutigend den Leser herausfordert, Menschen mit Selbsttötungsabsichten offen und liebevoll zu begegnen.

Pastorin Anja Bär (Bremen)

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Theologisches Gespräch – Heft 3/2014: Gebet

ThGespr 3/2014Man könnte denken, zum Thema „Gebet“ sei alles gesagt und geschrieben und es brauche daher kein Theologisches Gespräch darüber. Dagegen schreibt Doris Hiller in der 4. Auflage des Lexikons Religion in Geschichte und Gegenwart: „Bleibende Aufgabe ist es, die mit dem Gebet zum Ausdruck gebrachte kommunikative Relationalität von Gott und Mensch für das Erkenntnisgeschehen der Theologie in allen ihren Teilen fruchtbar zu machen, um der fundamentalen Bedeutung des Gebets gerecht zu werden.“

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Die Beiträge dieser Ausgabe zeigen, wie notwendig und anregend eine Beschäftigung mit dem Beten für den christlichen Glauben und den pastoralen Alltag sein kann: Der ehemalige Rektor des Theologischen Seminars Hamburg/Elstal und Pastor im Ruhestand Edwin Brandt hat anlässlich eines Einkehrtages seine Einsichten zur Bedeutung des Gebets für den Beruf der Pastorin und des Pastors vorgetragen. Aus einer reichen pastoralen und seelsorgerlichen Erfahrung schöpfend und mit breiter Kenntnis der biblischen Überlieferung und Kirchengeschichte stellt er heraus, wie sehr sich Gott um das Gebet seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müht und welche Berechtigung der Anspruch Dietrich Bonhoeffers hat: „Der Pastor muss mehr beten als die Gemeinde.“

Den Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Braunschweig (Friedenskirche), Heinrich Christian Rust, haben die Herausgeber gebeten, einen Beitrag zu neueren Gebetsformen zu verfassen. Für diese Ausgabe gibt er Einblicke in sein persönliches Gebetsleben und beschreibt das sogenannte „hörende Gebet“, wie es in Braunschweig im Rahmen der Gemeindearbeit praktiziert und reflektiert wird.
Markus Iff, Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach, reflektiert dogmatisch die Frage: „Was geschieht, wenn wir beten?“ Dabei entfaltet er eine fünffache Bedeutung des Gebets für den christlichen Glauben. Darüber hinaus geht er der herausfordernden Frage nach, inwiefern das Gebet Gottes Willen beeinflussen oder ändern kann. Sein Ergebnis stellt unter vielen Christen selbstverständliche Redeweisen in Frage und zeigt, wie das Thema Gebet fundamentale Erkenntnisse über Gott und Mensch voraussetzt.
Diese Ausgabe wird abgerundet durch eine Predigt von Ralf Dziewas, der als Professor für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie am Theologischen Seminar Elstal arbeitet. Die Besprechung der Predigt hat der Praktische Theologe der Ewersbacher Hochschule Wolfgang Theis übernommen.

Abschließend finden Sie zwei Rezensionen in dieser Ausgabe. Rezensionen vergangener Ausgaben können auch als Download auf der Homepage www.theologisches-gespraech.de abgerufen werden.

Dr. Michael Rohde (Schriftleitung)

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Theologisches Gespräch – Heft 2/2014: Glaube, Medien und Gefühl

ThGespr 2/2014Oft haben wir den Eindruck, dass alles, was mit dem christlichen Glauben, ganz besonders evangelikaler Prägung, in den Medien negativ dargestellt wird. Andreas Malessa, Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und darüber hinaus freier Hörfunk- und Fernsehjournalist, geht diesem unbestimmten Gefühl nach und zeigt zunächst einmal, welche Sendungen überhaupt zu sehen und zu hören sind – nämlich in erster Linie von den Kirchen und Freikirchen selbst gestaltete Beiträge wie zum Beispiel Gottesdienste.

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Noch grundsätzlicheren Fragen stellt er sich gegen Ende seines Beitrags: Wie kann man Glauben überhaupt sicht- und hörbar machen? Wie kann man davon erzählen und ihn im Fernsehformat darstellen? Das alles in einer begeisternden, gut lesbaren Sprache. Er weist nicht nur darauf hin, dass man Inhalte in einer gut verständlichen Form an den Mann und an die Frau bringen muss, sondern geht mit gutem Beispiel voran: Es macht einfach Spaß, diesen Artikel zu lesen, und zwar ohne dass die Tiefgründigkeit darunter leidet. Im zweiten Beitrag tritt Johannes Goldenstein, Referent im Kirchenamt der EKD, für einen denkenden Glauben ein, der im Zeitalter hochfahrender Emotionen ins Hintertreffen gerät.
„Herr Bischof, Sie müssen mehr winken.“ So ermahnte der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns Bischof Abromeits anlässlich eines Landeserntedankfestes. Rolf Schieder, Professor an der Humboldt-Universität in Berlin, bringt diese kleine Anekdote und denkt über das Verhältnis von Staat und Kirche in einer multireligiösen Gesellschaft nach. Sein Beitrag ist die schriftliche Fassung der Festrede anlässlich des Empfangs, den Christoph Stiba als neuer Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gab.
Abgerundet wird diese Ausgabe mit einer Predigt von Carsten Claußen, der im Sommer das Fach Neues Testament am Theologischen Seminar in Elstal übernimmt, und einem Kommentar dazu von Martin Simon, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde Simmerbach. Eine spannende Auseinandersetzung, die nicht im Oberflächlichen steckenbleibt und auf Kernfragen einer guten Predigt verweist: Was muss gesagt werden, damit es den Predigthörer berührt und mit seiner Lebenswirklichkeit zu tun hat?

Wolfgang Günter

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Theologisches Gespräch – Heft 1/2014: Toleranz und Erwählung

ThGespr 1/2014„Toleranz und Erwählung“, so lautet der Titel der neuen Ausgabe. Im ersten Artikel greift Hans-Joachim Eckstein, Professor für Neues Testament an der Universität Tübingen und bekannt durch Vorträge und Buchveröffentlichungen, dieses Thema offensiv auf, indem er nach dem Menschenbild und dem Umgang mit Menschen aus theologischer Sicht fragt.

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Dabei setzt er sich mit den Begriffen Wertschätzung, Anerkennung und Toleranz auseinander, prüft sie kritisch und klärt das Verhältnis von Toleranz, Anerkennung und kritischer Auseinandersetzung bzw. Distanzierung. Sehr überzeugend macht er unter anderem deutlich, dass „Beziehungsgewissheit, sowie eigene Überzeugung und Stärke nicht Gegenbegriffe zur Toleranz sind, sondern deren notwendige Voraussetzung“.

Diesem sehr anregenden Beitrag folgt ein Artikel von Wilfrid Haubeck, emeritierter Professor für Neues Testament und Griechisch an der Theologischen Hochschule Ewersbach. Haubeck fragt nach der Erwählung durch Gott im Epheserbrief und vergleicht diese sowohl mit der Erwählung Israels im Alten Testament und frühen Judentum als auch mit Aussagen zur Erwählung in den anderen paulinischen Briefen. Es wird deutlich, dass nicht menschliches Verhalten, sondern allein Jesus Christus und sein Versöhnungshandeln des Menschen Heiligkeit und Untadeligkeit bewirkt. Erwählung ist „Vorsatz Gottes“, der ihn veranlasste, die Menschen schon vor der Erschaffung der Welt zu erwählen und vorherzubestimmen, seine Kinder zu werden. Da diese vorweltliche Erwählung Gottes nach Eph 1,3-6 vor der Existenz ihrer Objekte, also der Menschen und damit auch vor ihrem Fall, geschieht, ist eine doppelte Prädestination auszuschließen.

Eine Predigt von Michael Schaller über den blinden Bartimäus mit einem Kommentar von Bastian Erdmann runden ein Theologisches Gespräch ab, das genau dazu einlädt, theologisch über wesentliche Grundfragen des Glaubens und miteinander Lebens zu sprechen.

Pastorin Anja Bär (Bremen)

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Theologisches Gespräch – Heft 4/2013: Amerika – (k)ein auserwähltes Volk?

ThGespr 4/2013Nach Erwählung zu fragen ist spannend und gibt Auskunft über Bibelverständnis und Auslegung der Fragenden. Die aktuelle Ausgabe des Theologischen Gesprächs stellt die Frage: „Amerika – (k)ein auserwähltes Volk?“.

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In einem Beitrag für das Theologische Gespräch unter der Überschrift „Seit dem Kommen Christi sind alle Staaten profan“: Roger Williams als Kritiker des Mythos der auserwählten Nationen“ fragt Dr. Massimo Rubboli, ob ein bestimmtes Volk, „in einer bestimmten Periode der Heilsgeschichte einen bestimmten Auftrag“ habe. Der Professor für amerikanische Geschichte an der Universität Genua bietet dem Leser viele Anregungen, um sich mit dem Thema Erwählung eingehender zu befassen. Rubboli stellt in seinem Artikel die kritische Auseinandersetzung des britisch-amerikanischen Theologen Roger Williams mit dem amerikanischen Erwählungsmythos dar und zeigt dessen Einfluss auf die konsequente Trennung von Kirche und Staat auf.

Auf einen Artikel aus dem Jahr 2012 zur Frage „Wie man Geschichte schreiben soll“, von Dr. Andreas Heiser reagiert – im Stil eines literarischen theologischen Gesprächs – Dr. Wolfgang Dietrich, vormals Herausgeber der Reihe „Geschichte und Theologie der Freien Evangelischen Gemeinden“. Er vertritt die Auffassung, dass es „keine spezielle Methode zur Gemeindegeschichte geben kann, die über die Erkenntnisse der Methode für die Profangeschichte hinausgehen würde“. Dabei sei es grundlegend, zu verstehen, dass der Mensch auf ständige Deutung seiner selbst und der Welt um ihn herum angelegt ist.

Eine Festpredigt von Klaus Schönberg zur Hundertjahrfeier der EFG Kamp-Lintfort, die den Leser zu interkulturellem Leben in der Gemeinde ermutigen will und deren wohlwollend-kritische Nachbesprechung durch Sascha Rützenhoff folgen den oben besprochenen Artikeln und regen zu einem kritischen Blick auf die eigene Gemeindewirklichkeit an.

Vier Buchrezensionen, die den – auch geschichtlichen – Horizont erweitern und zum Erwerb dieser Bücher einladen, runden ein Theologisches Gespräch ab, das den Leser herausfordert, sich kritisch mit der Geschichte und dem persönlichen Geschichtsverständnis auseinanderzusetzen.

Anja Bär

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Die Internetpraesenz der Theologischen Hochschule Ewersbach