Konfessionelle Grenzen überschreiten – Vorlesung mit Außenwirkung

Das erste und das dritte Semester des Masterstudienganges an der Theologischen Hochschule Ewersbach haben mit der Abgabe ihrer Hausarbeit am 20. Februar die Vorlesung „Ökumene und Konfessionskunde“ bei Herrn Prof. Dr. Markus Iff abgeschlossen. Diese war getreu ihrem Inhalt mit zwei Exkursionen verbunden.
Die Erste führte uns am 8. Dezember 2016 nach Paderborn ins Johann-Adam-Möhler Institut für Ökumenik. Der Name des Institutes geht auf einen katholischen Theologen des 19. Jahrhunderts zurück, der sich schon früh und ernsthaft mit dem Protestantismus beschäftigte sowie dessen theologBild Exkursion Paderbornische Standpunkte wissenschaftlich herauszuarbeiten und zu verstehen suchte. Ganz in diesem Geiste wurden wir dort, mitten auf dem Gelände der katholischen Hochschule in der Paderborner Innenstadt, sehr herzlich vom leitenden Direktor des Institutes, Prof. Dr. Wolfgang Thönissen, und seinem Kollegen, Dr. Burkhard Neumann, empfangen. Wir kamen ins Gespräch über die Veröffentlichung „Vom Konflikt zur Gemeinschaft – Gemeinsames lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“ und die „Dogmatische Konstitution über die Kirche – Lumen Gentium“. Anhand beider Texte konnten wir entscheidende Entwicklungen im katholisch-lutherischen Dialog beobachten, aber damit eben auch die Entwicklungen des katholisch-protestantischen Dialoges im Allgemeinen entdecken. Diesem Dialog widmet sich das Institut auch in der Hauptsache. Wir konnten viele Fragen stellen und unsere Wahrnehmung für die Schwierigkeiten und Chancen des ökumenischen Gespräches über theologische Fragen schärfen. Dafür sind wir Herrn Thönissen und Herrn Neumann von Herzen dankbar und blicken mit Freude und guten Erinnerungen auf das konstruktive Gespräch und den Blick über den eigenen Tellerrand zurück.
Die zweite Exkursion führte uns am 12. Januar 2017 nach Bensheim ins Konfessionskundliche Institut. Dort trafen wir auf die Direktorin des Institutes, Frau Dr. Mareile Lasogga, und zwei ihrer Kollegen, die Pfarrer Dr. Matthias Meyer und Martin Bräuer. Sie haben uns Kurzvorträge gehalten über die innerprotestantischen Schwierigkeiten in der Tauftheologie, die Grundlagen der Herrenhuter Brüder Unität sowie über dieBild Exkursion Bensheim Synodalität in der römisch-katholischen Kirche. Diese Vielfalt an Vorträgen ist charakteristisch für die Arbeit des Institutes, das sich aus protestantischer Perspektive mit den verschiedenen, theologischen Verständnissen der Konfessionen beschäftigt. Auch hier gab es die Gelegenheit für Rückfragen und in Bezug auf die innerprotestantischen Schwierigkeiten in der Tauftheologie auch regen Diskussionsbedarf. Insgesamt gab uns auch dieser Besuch ein Verständnis für die verschiedenen Ansichten und Schwerpunkte, die in theologischen Fragen von unterschiedlichen christlichen Konfessionen gelegt werden können und, die gehört und verstanden werden wollen.
So danken wir an dieser Stelle auch Herrn Prof. Dr. Markus Iff für alle Vorbereitung und Organisation sowie für seine gut ausgearbeitete Vorlesung. Mit einem besseren Verständnis der Vielfalt und Unterschiedlichkeit christlicher Konfessionen und Theologie gehen wir vorbereitet und ermutigt in den Dienst und den Dialog mit den Vertretern der verschiedenen Konfessionen vor Ort.

Fritz Rohde