Theologisches Gespräch – Heft 4/2014: Suizid und Suizidabsichten

ThGespr 4/2014In Deutschland sind 2010 dreimal mehr Menschen durch Suizid gestorben als bei Verkehrsunfällen. Insgesamt haben sich ca. 10.000 Menschen selbst getötet, die Anzahl von Suizidversuchen liegt zehnmal höher. Es wirkt präventiv, wenn in Nachrichtenmedien zurückhaltend von vollzogenen Suiziden berichtet wird, denn der sogenannte Werther-Effekt ist nachweisbar. So gab es in den Wochen nach dem von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommenen Suizid des Fußballtorwarts Robert Enke (2009) fünf bis sechsmal mehr Schienentode als zuvor, zugleich wurde der Zusammenhang von Suizid und Depression intensiv thematisiert.

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Durch diese Ausgabe des Theologischen Gesprächs werden Menschen in pastoraler und seelsorgerlicher Tätigkeit interdisziplinäre Informationen und Impulse zum Umgang mit Suizidabsichten gegeben, um so zur vertieften Reflexion der eigenen Rolle in der Begegnung mit suizidalen Menschen beizutragen.

Der Elstaler Alttestamentler Dr. Michael Rohde geht vor dem Hintergrund der meist negativen Bewertung des Suizids in der Theologiegeschichte dem ursprünglichen biblischen Befund nach. Die meist kurzen Erwähnungen von Suiziden und Suizidabsichten in den alttestamentlichen, neutestamentlichen und apokryphen Schriften werden dargestellt und geordnet. Auffallender weise halten sich die biblischen Überlieferungen mit einer expliziten Bewertung sehr zurück, so dass weitere Kriterien für ein ethisches Urteil notwendig sind.

Dr. med. Claudia Rosenthal ist Fachärztin für Allgemeinmedizin mit Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie und arbeitet als Ärztin im Alexianerkrankenhaus (Aachen), einem Fachkrankenhaus mit angeschlossener Akutklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Ihr Beitrag präsentiert Informationen und Einschätzungen aus ärztlicher Sicht. Beim 4. Gesundheitskongress in Bielefeld 2014 haben Claudia Rosenthal und Michael Rohde ein Seminar zum Thema „Suizid und Suizidalität in biblischer und ärztlicher Perspektive“ abgehalten, das auf großes Interesse stieß. Aus der gemeinsamen Arbeit entstand die Idee, Beiträge zu verfassen, die einem noch größeren Kreis von Interessenten Informationen und Anregungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema vermitteln.

Wir sind dankbar, dass Winfried Glatz der Bitte des Herausgeberkreises entsprochen hat, eine weitere Perspektive auf das Thema einzubringen, indem er ethische und seelsorgerliche Aspekte betrachtet. Winfried Glatz arbeitet im Berliner Krisendienst und als Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Sein Beitrag betrachtet acht typische Argumente und damit verbundene Werte im Umgang mit Suizid. Darüber hinaus reflektiert er exemplarisch die Gesprächssituation eines Angehörigen oder Helfers mit einem suizidalen Menschen und entwickelt eine idealtypische Haltung für eine solche Begegnung. Sein Aufsatz verbindet tiefe theologische Reflexion mit der seelsorgerlichen bzw. therapeutischen Praxiserfahrung.

Für die Predigtwerkstatt hat Wolfgang Theis, Praktischer Theologe der Theologischen Hochschule Ewersbach, seine Verkündigung zu einem Abschnitt der Bergpredigt, nämlich den Worten Jesu zu Salz und Licht, zur Verfügung gestellt. Simon Werner, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Nordhorn, der im Fach Neues Testament an einer Dissertation zur Auslegungsgeschichte der Bergpredigt arbeitet, hat die Besprechung der Predigt übernommen.

Im Blick auf das Thema dieser Ausgabe und andere herausfordernde Konflikte möge diese Ausgabe des Theologischen Gesprächs dazu beitragen, dass die Salz-und Lichtkraft von Christen zunimmt.

Dr. Michael Rohde (Schriftleitung)

Rezension zu ThGespr 4/2014

In einem Jahr sterben in Deutschland dreimal mehr Menschen durch Suizid als bei Verkehrsunfällen. Es ist an der Zeit, sich qualifiziert und aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema auseinanderzusetzen. In drei Artikeln bearbeitet das aktuelle Theologische Gespräch mutig und ermutigend das Thema Suizid.

Die Bewertung des Suizids in der Kirchen- und Theologiegeschichte ist zumeist negativ. Grund für den Elstaler Alttestamentler Dr. Michael Rohde, sich mit dem ursprünglichen biblischen Befund auseinanderzusetzen. Dabei entdeckt er Erstaunliches, wie zum Beispiel die Reaktion Gottes auf die Todessehnsucht Elias, die nicht in Kritik, sondern Ermutigung zum Leben besteht. Überhaupt sind die biblischen Bewertungen zum Thema auffallend zurückhaltend.

Dr. med. Claudia Rosenthal, Fachärztin für Allgemeinmedizin mit Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie, stellt in ihrem Beitrag fest, dass es nicht leicht ist „über Selbsttötung oder lebensmüde Absichten zu sprechen“, wie es in unserer Gesellschaft überhaupt schwierig ist, sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinanderzusetzen. Der Leser wird mit grundlegenden Erkenntnissen vertraut gemacht und ermutigt, sich frei von Angst und (Vor)Urteilen mit dem Tabuthema Suizid auseinanderzusetzen.

Winfried Glatz schließt diesen thematischen Teil ab, indem er acht typische Argumente und damit verbundene Werte im Umgang mit Suizid betrachtet und Gesprächssituationen eines Angehörigen oder Helfers mit einem Suizidalen exemplarisch reflektiert. Seine beruflichen Erfahrungen als Mitarbeiter im Berliner Krisendienst und Pastor ermöglichen Glatz die Verknüpfung von tiefer theologischer Reflexion mit seelsorglicher Praxiserfahrung.

Jesu Worte von Salz und Licht in der Bergpredigt sind die Grundlage der Predigt von Wolfgang Theiss, praktischer Theologe der Theologischen Hochschule Ewersbach, die anschließend von Pastor Simon Werner, EFG Nordhorn, analysiert wird.

Mit dem neuen Theologischen Gespräch wird ein hochaktuelles und zugleich ausgesprochen sensibles Thema angesprochen, das informativ und ermutigend den Leser herausfordert, Menschen mit Selbsttötungsabsichten offen und liebevoll zu begegnen.

Pastorin Anja Bär (Bremen)

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Theologisches Gespräch – Heft 3/2014: Gebet

ThGespr 3/2014Man könnte denken, zum Thema „Gebet“ sei alles gesagt und geschrieben und es brauche daher kein Theologisches Gespräch darüber. Dagegen schreibt Doris Hiller in der 4. Auflage des Lexikons Religion in Geschichte und Gegenwart: „Bleibende Aufgabe ist es, die mit dem Gebet zum Ausdruck gebrachte kommunikative Relationalität von Gott und Mensch für das Erkenntnisgeschehen der Theologie in allen ihren Teilen fruchtbar zu machen, um der fundamentalen Bedeutung des Gebets gerecht zu werden.“

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Die Beiträge dieser Ausgabe zeigen, wie notwendig und anregend eine Beschäftigung mit dem Beten für den christlichen Glauben und den pastoralen Alltag sein kann: Der ehemalige Rektor des Theologischen Seminars Hamburg/Elstal und Pastor im Ruhestand Edwin Brandt hat anlässlich eines Einkehrtages seine Einsichten zur Bedeutung des Gebets für den Beruf der Pastorin und des Pastors vorgetragen. Aus einer reichen pastoralen und seelsorgerlichen Erfahrung schöpfend und mit breiter Kenntnis der biblischen Überlieferung und Kirchengeschichte stellt er heraus, wie sehr sich Gott um das Gebet seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müht und welche Berechtigung der Anspruch Dietrich Bonhoeffers hat: „Der Pastor muss mehr beten als die Gemeinde.“

Den Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Braunschweig (Friedenskirche), Heinrich Christian Rust, haben die Herausgeber gebeten, einen Beitrag zu neueren Gebetsformen zu verfassen. Für diese Ausgabe gibt er Einblicke in sein persönliches Gebetsleben und beschreibt das sogenannte „hörende Gebet“, wie es in Braunschweig im Rahmen der Gemeindearbeit praktiziert und reflektiert wird.
Markus Iff, Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach, reflektiert dogmatisch die Frage: „Was geschieht, wenn wir beten?“ Dabei entfaltet er eine fünffache Bedeutung des Gebets für den christlichen Glauben. Darüber hinaus geht er der herausfordernden Frage nach, inwiefern das Gebet Gottes Willen beeinflussen oder ändern kann. Sein Ergebnis stellt unter vielen Christen selbstverständliche Redeweisen in Frage und zeigt, wie das Thema Gebet fundamentale Erkenntnisse über Gott und Mensch voraussetzt.
Diese Ausgabe wird abgerundet durch eine Predigt von Ralf Dziewas, der als Professor für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie am Theologischen Seminar Elstal arbeitet. Die Besprechung der Predigt hat der Praktische Theologe der Ewersbacher Hochschule Wolfgang Theis übernommen.

Abschließend finden Sie zwei Rezensionen in dieser Ausgabe. Rezensionen vergangener Ausgaben können auch als Download auf der Homepage www.theologisches-gespraech.de abgerufen werden.

Dr. Michael Rohde (Schriftleitung)

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Mission heute – Gestalt und Begründung

Der Auftrag zur Mission erwächst aus dem Evangelium. Deshalb gibt es Gemeinde Jesu Christi nicht ohne Mission. Die Gestalt der Mission wandelt sich jedoch immer wieder, um den Menschen ihrer Zeit das Evangelium vom Heil durch Jesus Christus in Wort und Tat zu bezeugen – in Deutschland und in der Welt.

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Die Autoren des Bandes fragen nach dem Verständnis und der Begründung christlicher Mission im Alten und Neuen Testament. Sie beleuchten das Spannungsfeld zwischen Evangelisation und sozialer Verantwortung und entwickeln globale Perspektiven für die Kommunikation des Evangeliums in der heutigen Zeit.

Aufsätze:
Jürgen van Oorschot: „Von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem“ (Jes 2,3) – Zum christlichen Missionsverständnis und dem Alten Testament
Wilfrid Haubeck: Beauftragt mit dem Dienst der Versöhnung – Zum Verständnis der Mission bei Paulus
Erhard Berneburg: Lausanner Bewegung im Spannungsfeld zwischen Evangelisation und sozialer Verantwortung
Henning Wrogemann: Von der Herrlichkeit und Verborgenheit Gottes – Zur Bedeutung der Trinitätslehre für eine Missionstheologie im Kontext religiöser Pluralität
Alfred Meier: Mission in einer globalisierten Welt – Partnerschaftsmodelle der Allianz-Mission in theologischer und historischer Perspektive
Johannes Reimer: Kommunikation des Evangeliums im multiopitonalen Kontext – Globale Perspektiven
Brian Brock: Jesus, der Gärtner: Christliche Fürsorge und das einfühlsame Herz

Theologische Impulse Band 26 − ISBN 978-3-86258-040-8 – 12,95 €

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Theologisches Gespräch – Heft 2/2014: Glaube, Medien und Gefühl

ThGespr 2/2014Oft haben wir den Eindruck, dass alles, was mit dem christlichen Glauben, ganz besonders evangelikaler Prägung, in den Medien negativ dargestellt wird. Andreas Malessa, Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und darüber hinaus freier Hörfunk- und Fernsehjournalist, geht diesem unbestimmten Gefühl nach und zeigt zunächst einmal, welche Sendungen überhaupt zu sehen und zu hören sind – nämlich in erster Linie von den Kirchen und Freikirchen selbst gestaltete Beiträge wie zum Beispiel Gottesdienste.

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Noch grundsätzlicheren Fragen stellt er sich gegen Ende seines Beitrags: Wie kann man Glauben überhaupt sicht- und hörbar machen? Wie kann man davon erzählen und ihn im Fernsehformat darstellen? Das alles in einer begeisternden, gut lesbaren Sprache. Er weist nicht nur darauf hin, dass man Inhalte in einer gut verständlichen Form an den Mann und an die Frau bringen muss, sondern geht mit gutem Beispiel voran: Es macht einfach Spaß, diesen Artikel zu lesen, und zwar ohne dass die Tiefgründigkeit darunter leidet. Im zweiten Beitrag tritt Johannes Goldenstein, Referent im Kirchenamt der EKD, für einen denkenden Glauben ein, der im Zeitalter hochfahrender Emotionen ins Hintertreffen gerät.
„Herr Bischof, Sie müssen mehr winken.“ So ermahnte der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns Bischof Abromeits anlässlich eines Landeserntedankfestes. Rolf Schieder, Professor an der Humboldt-Universität in Berlin, bringt diese kleine Anekdote und denkt über das Verhältnis von Staat und Kirche in einer multireligiösen Gesellschaft nach. Sein Beitrag ist die schriftliche Fassung der Festrede anlässlich des Empfangs, den Christoph Stiba als neuer Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gab.
Abgerundet wird diese Ausgabe mit einer Predigt von Carsten Claußen, der im Sommer das Fach Neues Testament am Theologischen Seminar in Elstal übernimmt, und einem Kommentar dazu von Martin Simon, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde Simmerbach. Eine spannende Auseinandersetzung, die nicht im Oberflächlichen steckenbleibt und auf Kernfragen einer guten Predigt verweist: Was muss gesagt werden, damit es den Predigthörer berührt und mit seiner Lebenswirklichkeit zu tun hat?

Wolfgang Günter

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Theologisches Gespräch – Heft 1/2014: Toleranz und Erwählung

ThGespr 1/2014„Toleranz und Erwählung“, so lautet der Titel der neuen Ausgabe. Im ersten Artikel greift Hans-Joachim Eckstein, Professor für Neues Testament an der Universität Tübingen und bekannt durch Vorträge und Buchveröffentlichungen, dieses Thema offensiv auf, indem er nach dem Menschenbild und dem Umgang mit Menschen aus theologischer Sicht fragt.

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Dabei setzt er sich mit den Begriffen Wertschätzung, Anerkennung und Toleranz auseinander, prüft sie kritisch und klärt das Verhältnis von Toleranz, Anerkennung und kritischer Auseinandersetzung bzw. Distanzierung. Sehr überzeugend macht er unter anderem deutlich, dass „Beziehungsgewissheit, sowie eigene Überzeugung und Stärke nicht Gegenbegriffe zur Toleranz sind, sondern deren notwendige Voraussetzung“.

Diesem sehr anregenden Beitrag folgt ein Artikel von Wilfrid Haubeck, emeritierter Professor für Neues Testament und Griechisch an der Theologischen Hochschule Ewersbach. Haubeck fragt nach der Erwählung durch Gott im Epheserbrief und vergleicht diese sowohl mit der Erwählung Israels im Alten Testament und frühen Judentum als auch mit Aussagen zur Erwählung in den anderen paulinischen Briefen. Es wird deutlich, dass nicht menschliches Verhalten, sondern allein Jesus Christus und sein Versöhnungshandeln des Menschen Heiligkeit und Untadeligkeit bewirkt. Erwählung ist „Vorsatz Gottes“, der ihn veranlasste, die Menschen schon vor der Erschaffung der Welt zu erwählen und vorherzubestimmen, seine Kinder zu werden. Da diese vorweltliche Erwählung Gottes nach Eph 1,3-6 vor der Existenz ihrer Objekte, also der Menschen und damit auch vor ihrem Fall, geschieht, ist eine doppelte Prädestination auszuschließen.

Eine Predigt von Michael Schaller über den blinden Bartimäus mit einem Kommentar von Bastian Erdmann runden ein Theologisches Gespräch ab, das genau dazu einlädt, theologisch über wesentliche Grundfragen des Glaubens und miteinander Lebens zu sprechen.

Pastorin Anja Bär (Bremen)

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Theologisches Gespräch – Heft 4/2013: Amerika – (k)ein auserwähltes Volk?

ThGespr 4/2013Nach Erwählung zu fragen ist spannend und gibt Auskunft über Bibelverständnis und Auslegung der Fragenden. Die aktuelle Ausgabe des Theologischen Gesprächs stellt die Frage: „Amerika – (k)ein auserwähltes Volk?“.

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In einem Beitrag für das Theologische Gespräch unter der Überschrift „Seit dem Kommen Christi sind alle Staaten profan“: Roger Williams als Kritiker des Mythos der auserwählten Nationen“ fragt Dr. Massimo Rubboli, ob ein bestimmtes Volk, „in einer bestimmten Periode der Heilsgeschichte einen bestimmten Auftrag“ habe. Der Professor für amerikanische Geschichte an der Universität Genua bietet dem Leser viele Anregungen, um sich mit dem Thema Erwählung eingehender zu befassen. Rubboli stellt in seinem Artikel die kritische Auseinandersetzung des britisch-amerikanischen Theologen Roger Williams mit dem amerikanischen Erwählungsmythos dar und zeigt dessen Einfluss auf die konsequente Trennung von Kirche und Staat auf.

Auf einen Artikel aus dem Jahr 2012 zur Frage „Wie man Geschichte schreiben soll“, von Dr. Andreas Heiser reagiert – im Stil eines literarischen theologischen Gesprächs – Dr. Wolfgang Dietrich, vormals Herausgeber der Reihe „Geschichte und Theologie der Freien Evangelischen Gemeinden“. Er vertritt die Auffassung, dass es „keine spezielle Methode zur Gemeindegeschichte geben kann, die über die Erkenntnisse der Methode für die Profangeschichte hinausgehen würde“. Dabei sei es grundlegend, zu verstehen, dass der Mensch auf ständige Deutung seiner selbst und der Welt um ihn herum angelegt ist.

Eine Festpredigt von Klaus Schönberg zur Hundertjahrfeier der EFG Kamp-Lintfort, die den Leser zu interkulturellem Leben in der Gemeinde ermutigen will und deren wohlwollend-kritische Nachbesprechung durch Sascha Rützenhoff folgen den oben besprochenen Artikeln und regen zu einem kritischen Blick auf die eigene Gemeindewirklichkeit an.

Vier Buchrezensionen, die den – auch geschichtlichen – Horizont erweitern und zum Erwerb dieser Bücher einladen, runden ein Theologisches Gespräch ab, das den Leser herausfordert, sich kritisch mit der Geschichte und dem persönlichen Geschichtsverständnis auseinanderzusetzen.

Anja Bär

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Sexualität – Geschenk und Verantwortung

ThI 25In der Gesellschaft haben sich das Verständnis und die Bedeutung von Sexualität stark gewandelt. Soziologen sprechen von drei sexuellen Revolutionen im vergangenen Jahrhundert. Diese haben zu einer Relativierung ethischer Wertmaßstäbe geführt.

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Die Autoren des Bandes gehen auf diesen gesellschaftlichen Wandel ein. Sie zeigen auf, wie an die Stelle allgemein verbindlicher moralischer Wertvorstellungen das Lustprinzip und eine Konsens- und Verhandlungsmoral getreten sind und welche Auswirkungen dies für den Umgang mit der Sexualität heute hat.
In dieser Situation ist christliche Ethik herausgefordert, Maßstäbe für ein Verhältnis zur Sexualität zu entwickeln und zu vermitteln. Die Autoren geben mit ihren Aufsätzen Orientierung aus biblisch-theologischer sowie sozialethischer Perspektive. Anhand des Hohenlieds Salomos wird ein biblisch-weisheitlicher Zugang aufgezeigt.

Aufsätze:
Sven Lewandowski: Primat der Lust − Gesellschaftlicher Wandel des Sexuellen und die Erosion genuiner Sexualmoral
Cordula Kehlenbach: Hochbetrieb in der Kommandozentrale − Neurophysiologische Aspekte der Sexualität
Markus Iff: Menschsein und Sexualität − Anthropologische und systematisch-theologische Aspekte
Julius Steinberg: „Sein“ oder „Sollen“? Wie wir biblisch über Sexualität reden können
Stefan Heuser: Genormter Sex? Sozialethische Perspektiven auf Sexualität in und außerhalb der Ehe

Theologische Impulse Band 25 − ISBN 978-3-86258-022-4 – 10,95 €

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Gottes Wort im Menschenwort

ThI 23Christen sind davon überzeugt, dass die Bibel Gottes Wort ist. In ihr redet der lebendige Gott zu ihnen. Zugleich wissen sie, dass die Bibel menschliches Wort ist, denn sie ist nicht als ein von Gott selbst geschriebenes Buch vom Himmel gefallen. Vielmehr wurden alle Worte der Bibel von Menschen zu verschiedenen Zeiten, in unterschiedlichen Situationen und in menschlichen Sprachen geschrieben.

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Was bedeutet das für die Autorität der Bibel als Wort Gottes? Wie zuverlässig und vertrauenswürdig sind die Aussagen der Bibel, wenn sie von unvollkommenen Menschen geschrieben wurde? Was sagt die historische Forschung dazu? Welche neueren Ansätze zur Auslegung der Bibel gibt es, und welche Konsequenzen verbinden sich damit? In welchem Verhältnis stehen historische Auslegung und die Deutung der Bibel für den Glauben heute? Welche Bedeutung hat das Alte Testament eigentlich für Christen? Auf all diese Fragen gehen die Autoren in diesem Band ein.

Aufsätze:
Carsten Claußen: Historische Auslegung der Jesusüberlieferung − Die Evangelien zwischen Ereignis und Erinnerung
Michael Schröder: Neuere Ansätze in der Schriftauslegung
Arne Völkel: Historische Auslegung und spirituelle Deutung im Verkündigungsgeschehen − oder Geschichte schreibt Theologie
Julius Steinberg: Zur Bedeutung des Alten Testaments für Christen

Theologische Impulse Band 23 − ISBN 978-3-86258-016-3 − 10,95 €

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Gemeinde der Zukunft – Zukunft der Gemeinde. Aktuelle Herausforderungen der Ekklesiologie

ThI 22Gemeinde hat Zukunft, weil die Zukunft ihrem Herrn, Jesus Christus, gehört. Zukunft bedeutet aber auch Veränderung. Deshalb steht die Gemeinde stets neu vor den Fragen: Wohin ist sie unterwegs? Wie muss sie sich auf dem Weg in die Zukunft verändern? Was sind ihre bleibenden Grundlagen?

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In diesem Band gehen die Autoren auf aktuelle Herausforderungen zum Beispiel durch neue Gemeindeformen ein (unter anderem „Emerging Churches“). Liegt hier die Zukunft der Gemeinde? Wie können Gemeinden im 21. Jahrhundert für die Menschen anziehend sein und missionarisch leben? Warum und wohin verändern sich Gemeinden?
Um bei allen Herausforderungen und Veränderungen die eigene Identität nicht zu verlieren, ist es wichtig, sich auf die Grundlagen zu besinnen: das Neue Testament und die eigenen theologischen und geschichtlichen Traditionen.

Aufsätze:
Wilfrid Haubeck: Zum Verständnis der Gemeinde bei Paulus
Achim Härtner: Neue Ausdrucksformen von Gemeinde als Herausforderung
Achim Härtner: Missionarisch Gemeinde sein − An Gottes Mission teilhaben mit unterschiedlichen Gemeindeformen
Ralf Dziewas: Warum Gemeinden sich verändern – Soziologische und theologische Überlegungen zur Wandlungsfähigkeit von Ortsgemeinden
Markus Iff: Was sind Freie evangelische Gemeinden? − Systematisch-theologische Grundzüge zum Selbstverständnis

Theologische Impulse Band 22 – ISBN 978-3-86258-009-5 − 10,95 €

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Zwischen Angst und Hoffnung – Aspekte christlicher Eschatologie

ThI 21Krisen rufen Zukunftsangst hervor. Sie führen uns vor Augen, dass wir nicht im „goldenen Zeitalter“ leben. Der Fortschrittsglaube bröckelt längst, und die Angst vor immer neuen Krisen und Katastrophen wächst. In Krisenzeiten blühen die apokalyptischen Erwartungen. Der christliche Glaube erwartet das Heil nicht erst in der Zukunft.

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Es hat vielmehr schon mit Jesus Christus begonnen. Er hat die Erlösung für die Menschen geschaffen und gibt ihnen Hoffnung. Denn mit seinem Tod und seiner Auferweckung ist auch über die Zukunft der Welt entschieden: Am Ende wird Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, in denen Gerechtigkeit und Frieden herrschen.
Die Autoren dieses Bandes gehen auf die Situation der Gesellschaft zwischen Angst und Hoffnung ein und beleuchten unterschiedliche Aspekte der christlichen Endzeithoffnung.

Aufsätze:
Markus Iff: Eschatologisches Denken und apokalyptisches Geschichtsbild
Julius Steinberg: Prophetie und Apokalyptik im Alten Testament am Beispiel von Sacharja 9−14
Michael Schröder: Hermeneutik der Offenbarung des Johannes
Johannes von Lüpke: Unbarmherziges Gericht – barmherziger Richter. Endgericht und ewige Verdammnis als Themen evangelischer Eschatologie
Reinhard Hempelmann: Weltangst und Weltende. Anthropologische Aspekte gegenwärtiger apokalyptischer Vorstellungen
Ingo Scharwächter: Wie leben wir als Gemeinde in Erwartung der Wiederkunft Jesu?

Theologische Impulse Band 21 – ISBN 978-3-933660-47-3 − 10,95 €

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Die Internetpraesenz der Theologischen Hochschule Ewersbach